Guarana-Ernte in Brasilien

Die Indios im Amazonasgebiet kennen und schätzen die Wirkung des Guaranas schon seit Jahrhunderten. Guarana ist dort allgegenwertig, es gehört einfach zum Alltag dazu. Als wahrer Energiespender nimmt man Guarana – wer hätte das gedacht – vor der schweißtreibenden und anstrengenden Guarana-Ernte zu sich.

Gemahlenes Guarana

Gemahlenes Guarana

Früh morgens um 5 Uhr machen sich die Bauern auf den Weg zu ihren Guarana-Sträuchern, denn um diese Zeit ist die Hitze noch einigermaßen erträglich. Die Guarana-Bauern müssen täglich sehr lange Strecken zurücklegen, da man Guaranapflanzen nicht nebeneinander auf einem Feld anbaut, sondern die Sträucher vereinzelt im Schatten anderer Pflanzen setzt. Das ist umweltfreundlicher, dadurch werden Monokulturen vermieden, das Risiko eines Schädlingsbefalls ist niedriger und die Ernteerträge werden somit gesteigert.

Die Ernte ist reine Handarbeit, denn nur die reifen, roten Früchte dürfen geerntet werde. Der ganze Strauch muss nach diesen reifen Guarana-Früchten abgesucht werden. Ist die Frucht aufgeplatzt und der schwarze Kern zu sehen, ist sie reif. Die aufgeplatzten Früchte erinnern an Augäpfel, weswegen die Indios ihnen den Namen „Augen des Waldes“ gegeben haben. Einst hielt man sie für ein Wundermittel und Gottesgeschenk.

Nach dem Pflücken müssen die Kerne von der Schale getrennt werden. Dazu breitet man die geernteten Früchte auf dem Boden aus und tritt auf ihnen herum. Anschließend wirft man das Ganze in einen Wasserbehälter, wo die schweren Kerne nach unten sinken und man die Schalen bequem absieben kann. Die Schalen dienen meist als Tierfutter.

Nach diesem alten Trennungsverfahren kommen die Samen für einige Stunden auf ein Blech in den Ofen. Die Guarana-Bauern müssen sehr darauf achten, dass die Samen ständig in Bewegung sind, damit sie nicht anbrennen. Durch die Hitze werden Bakterien und Keime abgetötet. Nach dieser Prozedur kommen die Kerne in die „Windmaschine“, wo sie nochmals von Staub und Schalenresten befreit werden. Danach kann endlich das hierzulande heiß begehrte Guarana-Pulver hergestellt werden.

Guarana kommt nach Deutschland

Im Grunde verdanken wir es der Bayerin Helga ZeckWeitz, die Guarana vor ca. 20 Jahren in Deutschland einführte. Bei einem Brasilienbesuch wurde sie auf das braune Pulver aufmerksam und fand die Wirkung sehr angenehm. Es mache fit, wühle einen nicht so auf wie Kaffee. Da sie hier in Deutschland vergeblich nach dem braunen Pulver suchte, beschloss sie, es hier einzuführen.

Gesagt, getan. Leider vermuteten die Behörden eine Droge hinter dem braunen Pulver, was es zu widerlegen galt. Auch diese Hürde meisterte Helga Zeck-Weitz und somit handelt sie noch heute mit Guarana. Denn Guarana ist keinesfalls eine Droge, es enthält lediglich viel Koffein.